Weihnachten für alle Sinne

Weihnachtsmärkte

Der Nürnberger Christkindlesmarkt

Impression vom Nürnberger Christkindlesmarkt

Impression vom Nürnberger Christkindlesmarkt

Auf dem Nürnberger Hauptmarkt, im Herzen der Stadt, öffnet in jedem Jahr Deutschlands wohl berühmtester Weihnachtsmarkt, der Nürnberger Christkindlesmarkt, vom 27. November bis zum 24. Dezember 2009 seine Buden für Besucher aus der ganzen Welt. Wie stets am Freitag vor dem ersten Advent wird das Nürnberger Christkind am 27. November um 17.30 Uhr von der Empore der Frauenkirche aus mit dem feierlichen Prolog seinen Markt eröffnen. Bis zum Heiligen Abend werden wieder mehr als 2 Millionen Besucher erwartet, denn der Christkindlesmarkt ist nicht nur für Touristen aus vielen Ländern ein attraktives Reiseziel. Auch für die Nürnberger gehört ein Gang durch die Budenstadt – vor allem an den Abenden unter der Woche – zum Adventserlebnis.

Traditionelles Warenangebot

Etwa 180 Holzbuden, dekoriert mit rot-weißem Stoff, stehen zur Adventszeit auf dem Hauptmarkt und geben dem Christkindlesmarkt den Beinamen "Städtlein aus Holz und Tuch". Die gut 200 Händler präsentieren ein bewusst traditionell gehaltenes Warenangebot: Nürnberger Lebkuchen, Früchtebrot, Back- und Süßwaren, typische Weihnachtsartikel wie Rauschgoldengel, Krippen, Christbaumschmuck und Kerzen, Spielzeug und Kunstgewerbe. Beliebte Erinnerungsstücke oder Mitbringsel vom Christkindlesmarkt sind die "Nürnberger Zwetschgenmännle", Figuren aus getrockneten Pflaumen. Für die Stärkung während des Marktbummels dürfen natürlich die berühmten Nürnberger Rostbratwürste und Glühwein nicht fehlen.

Ein kritisches Auge auf die Buden und die angebotenen Waren haben die Mitarbeiter des Marktamtes. Sie überprüfen unter anderem Beleuchtung und Dekoration. So sind Tannengirlanden aus Plastik ebenso tabu wie eine Dauerberieselung mit Weihnachtsmusik vom Band oder Fahrgeschäfte auf dem Markt. Aber nicht nur die städtischen Vorgaben verleihen dem Christkindlesmarkt sein besonderes Flair. Die Marktbeschicker selber legen ihren Ehrgeiz in eine stimmungs- und geschmackvolle Gestaltung. Und diese Mühe wird auch belohnt. Seit 1981 verleiht die Stadt alljährlich für die schönsten Buden den "Zwetschgermoh" in Gold, Silber und Bronze.

Mit seinem traditionellen Gesicht ist der Nürnberger Christkindlesmarkt auch Vorbild für andere Weihnachtsmärkte. Als malerische Kulisse für Fernsehproduktionen ist das "Städtlein aus Holz und Tuch" ebenfalls gefragt.

Ältester Nachweis aus dem Jahr 1628

Immerhin gehört der Christkindlesmarkt zu den ältesten Weihnachtsmärkten in Deutschland. Die vorweihnachtliche Verkaufsmesse in Nürnberg lässt sich bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen. Historiker nennen derzeit das Jahr 1628 als ersten Nachweis des Marktes, da es aus dieser Zeit ein eindeutiges Zeugnis gibt: Auf dem Boden einer 19 Zentimeter langen, ovalen und mit Blumen bemalten Spanschachtel aus Nadelholz, die das Germanische Nationalmuseum besitzt, wurde eine mit schwarzer Tinte gemalte Inschrift gefunden: "Regina Susanna Harßdörfferin von der Jungfrau Susanna Eleonora Erbsin (oder Elbsin) zum Kindles-Marck überschickt 1628." Die Schachtel mit originalem Inhalt gilt derzeit als ältester Nachweis.

Eine Liste aus dem Jahr 1737 gibt Hinweise auf die damaligen Marktbeschicker. Sie zeigt, dass fast alle Nürnberger Handwerker in der Budenstadt vertreten waren. 140 Personen waren berechtigt, Waren anzubieten.

Ende des 19. Jahrhunderts verlor der Markt seine Bedeutung. Die Nationalsozialisten nutzten die traditionsreiche Veranstaltung, um das Image Nürnbergs als "des Deutschen Reiches Schatzkästlein" zu prägen. 1933 wurde auf dem Hauptmarkt der "deutschesten aller deutschen Städte" der Christkindlesmarkt mit einer verklärend romantischen Feier eröffnet. Eine als Christkind verkleidete Schauspielerin, die von zwei Rauschgoldengeln begleitet wurde, rezitierte einen Vorspruch, ein Kinderchor sang, Kirchenglocken läuteten. Während des Zweiten Weltkriegs fand in Nürnberg kein Christkindlesmarkt mehr statt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erstand 1948 der Christkindlesmarkt in der völlig zerstörten Altstadt aufs Neue. Friedrich Bröger, Chefdramaturg des Theaters und Sohn des Arbeiterdichters Karl Bröger, verfasste einen Prolog, der seitdem – inzwischen in einer überarbeiteten und der Zeit angepassten Version – vom Nürnberger Christkind gesprochen wird. Ab 1948 mimte die Nürnberger Schauspielerin Sofie Keeser das Christkind, die diese Rolle bis Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts ausfüllte. Auch das nächste Christkind, Irene Brunner, war Schauspielerin und wirkte bis 1969.

Mehr als 150 Christkind-Termine

Seitdem wird das Christkind alle zwei Jahre von der Nürnberger Bevölkerung gewählt. Dazu werden über die ortsansässigen Zeitungen Nürnbergerinnen, die zwischen 16 und 19 Jahre alt, nicht unter 160 Zentimeter groß und absolut schwindelfrei sind, aufgefordert, sich mit Foto zu bewerben. Die Bewerbungen erscheinen in den Tageszeitungen und im Internet, und die Nürnberger geben ihrem Wunsch-Christkind ihre Stimme. Bei einer Endauswahl entscheidet eine Jury unter den letzten sechs Bewerberinnen.

Das Christkind hat im Dezember kaum eine Minute Ruhe, denn es gilt, mehr als 150 Termine in Altenheimen, Kindergärten und anderen karitativen Einrichtungen zu gestalten. Das Mädchen mit der blondgelockten Perücke ist in Deutschland unterwegs, besucht andere Weihnachtsmärkte und ist somit Botschafterin des Nürnberger Markts und der Stadt.

Weihnachtsstadt Nr. 1

Eine ganze Fülle von Angeboten und Programmen rund um den Christkindlesmarkt verwandelt Nürnberg im Dezember in eine Weihnachtsstadt. Der hübsche Markt, den Nürnbergs Partnerstädte in unmittelbarer Nachbarschaft des Christkindlesmarktes ausrichten, verbreitet internationales Flair. Die jüngsten Besucher kommen auf der Kinderweihnacht mit ihren historischen Karussells und beim Kulturprogramm im Sternenhaus auf ihre Kosten. Beim Lichterzug der Nürnberger Schulkinder wandern Tausende Mädchen und Jungen mit selbst gebastelten Laternen zum Burgberg, wo die Weihnachtsgeschichte in lebenden Bildern nachgestellt wird. Ausstellungen mit Krippen, Kunsthandwerk oder über weihnachtliche Bräuche, Fahrten mit der Postkutsche und die festlich beleuchtete Innenstadt lassen bei den Besuchern der Frankenmetropole feierliche Gefühle aufkommen. Nicht umsonst hat die Deutsche Zentrale für Tourismus Nürnberg den Titel "Weihnachtsstadt Nr. 1" verliehen.

Der Nürnberger Christkindlesmarkt im Internet

Alles Wissenswerte über den Christkindlesmarkt findet sich unter der Internet-Adresse www.christkindlesmarkt.de. Durch die Budengassen bummeln, sich vom Christkind verzaubern lassen oder leckere Lebkuchen online bestellen – das sind nur einige Möglichkeiten, die die Seite bereit hält. Auf der deutschen und englischen Version der Website gibt es neben allen wesentlichen Informationen eine Vielzahl interessanter Angebote, die Lust auf einen realen Besuch machen.

Im Einsatz ist eine "Surround"-Kamera, die per 360 Grad Schwenkbereich einen faszinierenden Einblick in Winkel und Ecken des "Städtleins aus Holz und Tuch" gewährt. Eine weitere Kamera sendet im Livestream 24 Stunden nonstop Bilder in die Welt. Wer sich für das Angebot der Verkaufsstände interessiert, kann virtuell durch die Budenstadt schlendern.

Marktöffnungszeiten:

Eröffnungstag 14 bis 22 Uhr
Montag mit Donnerstag 9.30 bis 20 Uhr
Freitag und Samstag 9.30 bis 22 Uhr
Sonntag 10.30 bis 20 Uhr
Heiliger Abend (24. Dezember) 9.30 – 14 Uhr

 

Mehr Infos:

Stadt Nürnberg, Presse- und Informationsamt
Fünferplatz 2
90317 Nürnberg
www.nuernberg.de

 

 

© Juli 2009 - Stadt Nürnberg, Presse- und Informationsamt


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