Weihnachten in Russland

  • Ein russisch-orthodoxer Festgottesdienst gehört zum Weihnachtsfest in Russland dazu.
    Ein russisch-orthodoxer Festgottesdienst gehört zum Weihnachtsfest in Russland dazu.
    © Larisa Schmyrova.  / pixelio.de
  • Das russische Weihnachtsfest lässt sich mit seinem einmaligen Brauchtum im europäischen Raum zu den absoluten Ausnahmeerscheinungen zählen. Während die jeweils Regierenden nach 1917 bis in die späten 90er des letzten Jahrtausends hinein, die christlichen Werte weitestgehend unterdrückten, werden die alten Weihnachtstraditionen in der heutigen Zeit, selbst in modernen Familien wieder aktiv gelebt. Somit ticken die Uhren, besonders im orthodoxen Russland zu Weihnachten ganz anders – der Kalender – hierzulande der gregorianische – auch, denn nach dieser Zeitrechnung wird Heiligabend erst am 7. Januar und der 1. Weihnachtsfeiertag einen Tag darauf gefeiert. Damit geht dann auch die 40-tägige Fastenzeit im Land zu Ende. Fasten auf Russisch versteht man im Land allerdings nicht ähnlich einer Diät, die Tradition meint damit lediglich eine gewisse Enthaltsamkeit in der eigenen Lebensweise. Man soll von daher nichts Böses tun, seinen Mitmenschen verzeihen und vor allem nicht sündigen. Das Warten auf die Geschenke und Aufmerksamkeiten wird aber bereits Silvester mit dem Neujahrsfest beendet. 

    Der Heiligabend steht ganz im Zeichen eines imposanten Gottesdienstes, der in der Regel gut drei Stunden dauert und überaus feierlich abläuft. Die bekannteste Messe findet alljährlich in der Christ-Erlöser-Kathedrale von Moskau statt, ein prunkvoller russisch-orthodoxer Festgottesdienst, zu dem sich um die 6.000 Menschen, darunter die politische Elite des Landes einfinden und der auch live im Fernsehen übertragen wird. Der Patriarch von Moskau und ganz Russland übermittelt seine Weihnachtswünsche an die Gläubigen und es erklingen zahlreiche kirchliche Gesänge, die von einer imposanten Lichterprozession untermalt werden. Nach diesem unvergesslichen Erlebnis treffen sich die Menschen in Russland zu Weihnachten an einem reichlich gedeckten Tisch. Viele Familien lassen es sich auch in der heutigen Zeit nicht nehmen, zwölf verschiedene Gerichte aufzutafeln, mit denen man die ebenso zahlreichen Apostel Jesu versinnbildlichen will. Mit Sochivo, oft auch als Kutja benannt, lassen sich die Russen einen leckeren Brei aus Mandeln, Honig, Getreide und Mohn schmecken, der nach alter Überlieferung im neuen Jahr für Ruhe und Unsterblichkeit sorgen soll.


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