Erzgebirgische Weihnachtspyramiden

  • Bei den Weihnachtspyramiden aus dem Erzgebirge wird sehr viel Wert auf die Details gelegt.
    Bei den Weihnachtspyramiden aus dem Erzgebirge wird sehr viel Wert auf die Details gelegt.
    © Angelina Ströbel / pixelio.de
  • Dass die schönsten Pyramiden zum Weihnachtsfest heute aus dem Erzgebirge kommen, gilt weltweit als unbestritten. Ihr geschichtlicher Ursprung wird dagegen einige Kilometer ostwärts vermutet. In einigen sächsischen und brandenburgischen Kirchen sollen sich schon vorher sogenannte Lichtergestelle aus zusammengebundenen grünen Zweigen befunden haben, die den zu Beginn des 18. Jahrhunderts aufkommenden Weihnachtspyramiden vom Erscheinungsbild her recht nahe kamen. Von ihrer Funktion jedenfalls, denn wer in seinem Leben schon eine echte, handgearbeitete Pyramide besessen hat, wird bestätigen, dass diese weihnachtlichen Miniaturen aus dem Erzgebirgsraum an Präzision und Schönheit kaum zu überbieten sind. Sie ist inzwischen zu einem unverzichtbaren und lieb gewonnenen Utensil in deutschen Wohnzimmern geworden und in der Lage, mit ihren beruhigenden Bewegungen und dem warmen, dezenten Licht für eine festliche Weihnachtsstimmung zu sorgen.

    Wie bei vielen der Holzkunstobjekte, die aus dem Erzgebirge stammen, waren es zuerst die Bergleute, die sich mit der handwerklichen Herstellung der Pyramiden befassten und damit ihre Liebe zum Beruf und ihre Heimatverbundenheit zum Ausdruck brachten. Nachdem es für die ersten Pyramiden lediglich handgefertigte Gestelle gab, die mit geschnitzten Holzfiguren und Kerzen verziert wurden, hatten spätere Exemplare das charakteristische Flügelrad und den im Zentrum angebrachten Stab. Beides zusammen sorgte dafür, dass die einzelnen Ebenen der Weihnachtspyramide bei Wärmeentwicklung der Kerzen drehbar waren. In mehrere übereinander liegenden Etagen wurden die noch heute bekannten, handgeschnitzten Krippenfiguren, Weihnachtsengel und andere Miniaturen der Bergbauzunft platziert, die dem Betrachter zur Advents- und Weihnachtszeit oft sogar eine kleine Geschichte erzählen können. Das Krippenspiel, historische Überlieferungen aus dem Erzgebirge oder auch der heimische Wald gehören zu den gern genutzten Figurenmotiven. In den Schnitzerwerkstätten verwendet man für die Pyramiden hochwertiges Holz aus den heimatlichen Wäldern, das teilweise naturbelassen aber auch mit kunstvollen Handmalereien verarbeitet wird. Am weitesten verbreitet sind Weihnachtspyramiden mit einer Größe zwischen 20 bis 150 cm, die aus bis zu sechs Etagen bestehen und einzeln drehbar sind. Besonders hochwertige Exemplare sind mit einem Spielwerk versehen, das mit stimmungsvollen Weihnachtsmelodien auf das christliche Fest der Liebe und des Friedens einstimmt. 


    Das könnte Sie auch interessieren

    (DJD). Geschichtsträchtige Bauwerke, eine historische Kirche und erhaltene Stadtmauern: Bei einem Rundgang durch die Gassen von Bad Staffelstein kann man die über tausendjährige Geschichte des fränkischen Städtchens gut nachvollziehen. Und oft steht man dann vor einem Denkmal, Turm oder Brunnen und hätte gerne mehr gewusst als das, was sich auf den ersten Blick... weiterlesen

    Ein Hauch von Broadway und West End weht am Samstagabend durch das TV-Programm von VOX. Die Musik-Show widmet eine komplette Ausgabe den großen Klassikern und modernen Welterfolgen des Musical-Genres. Auf Basis einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Media Control zeigt die Sendung, welche Inszenierungen und Hits den größten Platz in den Herzen... weiterlesen

    (DJD). Eben noch döste die Hauskatze faul auf dem Sofa. Doch kaum rollt eine Papierkugel über den Boden, ist sie hellwach: Der Blick fixiert das vermeintliche Beutetier, der Körper geht in Lauerstellung und schon folgt der Sprung. Spielen ist für Katzen weit mehr als bloßer Zeitvertreib. Es sorgt für körperliche und geistige Beschäftigung, spricht... weiterlesen