Weihnachten in Ungarn

  • Szaloncukor (Salonzucker) sind in buntes Stanniolpapier eingewickelte Pralinen, die in Ungarn ähnlich wie Girlanden am Weihnachtsbaum hängen.
    Szaloncukor (Salonzucker) sind in buntes Stanniolpapier eingewickelte Pralinen, die in Ungarn ähnlich wie Girlanden am Weihnachtsbaum hängen.
    © "Szaloncukor". Lizenziert unter CC BY 2.5 über Wikimedia Commons.
  • Wenn auf 13 Zetteln 13 verschiedene Männernamen stehen, zwölf davon nach dem Zufallsprinzip weggeworfen werden und auf dem verbleibenden Stück Papier der Name des künftigen Lebenspartners der Frauen steht, dann ist mit "Luca Napja" die Vorbereitung des Weihnachtsfestes in Ungarn ab dem 13. Dezember bereits in vollem Gang. Eine ähnlich beliebte Weihnachtstradition ist hierzulande das Bleigießen oder der Bau eines Stuhles, der bis zum Heiligabend fertiggestellt sein muss. Der erste Höhepunkt für die Kleinsten ist bereits am 6. Dezember, an dem der Mikulás Napja die vorher hoffentlich peinlichst sauber geputzten Kinderstiefel mit allerlei Leckereien füllt, oder auch nicht. Leer ausgehen muss aber niemand, im schlimmsten Fall gibt es dann eben zum begehrten Naschwerk eine mahnende Rute dazu! Zu Weihnachten in Ungarn treffen wir ähnliche Traditionen und Bräuche an, wie sie aus Deutschland bekannt sind oder bedingt durch die österreichische Doppelmonarchie bereits vorher Land verbreitet waren. 

    In die gute Stube der Ungarn gehört zu Weihnachten ein mit Lichterketten, bunten Kugeln und Lametta geschmückter Christbaum, den die traditionsbewussten Magyaren zusätzlich mit ihren weltberühmten Salonbonbons oder "Szaloncukor" besonders schmackhaft dekorieren. Der Weihnachtsmann als Christkind "Jézuska" oder in Gestalt weißer Engel erscheint entweder am Heiligabend oder am nächsten Tag, denn seit dem Ungarnaufstand im Jahr 1956 dauert das Weihnachtsfest hier, auch offiziell, einen Tag länger als in anderen europäischen Ländern. Gegen Abend kommen dann endlich alle Gourmets auf ihre Kosten, es gibt nach alten Überlieferungen Putenbraten, mitunter auch Fisch in den unterschiedlichsten Varianten, aber in jedem Fall die vorzüglich schmeckenden Bejgli. Das sind mit Mohn, Honig und Walnüssen gebackene Teigrollen, die als Nachtisch aufgetragen werden, bevor es zum mitternächtlichen Besuch der Christmette in die Kirche geht. Die folgenden beiden Feiertage werden für gegenseitige Verwandtenbesuche genutzt, man geht mit Freunden aus oder zieht, wie die jungen Leute beim Betlehemspiel, feiernd von Haus zu Haus. Weihnachten in Ungarn findet mit dem "Tag der kleinen Heiligen" am 28. Dezember seinen Abschluss. Die heranwachsenden Jungen werden aus diesem Anlass zu den Nachbarn geschickt, wo sie ein Rutenschlag erwartet, der ihnen für das weitere Leben Gesundheit schenken soll.


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