Frankfurt am Main: Weihnachtsmarkt mit jahrhundertelanger Tradition

Donnerstag, 17.11.2022 | Tags: Weihnachtsmarkt
  • Der Frankfurter Weihnachtsmarkt gehört zu den bedeutendsten und schönsten in Deutschland.
    Der Frankfurter Weihnachtsmarkt gehört zu den bedeutendsten und schönsten in Deutschland.
    © djd/Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main
  • Wenn in der Adventszeit der Frankfurter Weihnachtsmarkt zum Verweilen und Schlemmen einlädt, liegt der Duft von gebrannten Mandeln, Glühwein und Grillwürstchen über dem Römerberg. Mit seinen aufwändigen und kreativen Standdekorationen zählt dieser Weihnachtsmarkt zu den schönsten und ältesten in Deutschland. In diesem Jahr findet der Frankfurter Weihnachtsmarkt vom 21.11.2022 bis zum 22.12.2022 statt.

    Der Frankfurter Weihnachtsmarkt ist einer der ältesten und größten Deutschlands. Umrahmt von den Kulissen von Römerberg und Paulskirche, erstrecken sich die ca. 200 weihnachtlich dekorierten Stände bis zum Mainufer, zum Stoltze-Platz und zur Hauptwache. Klassische Artikel wie Weihnachtsschmuck und -dekoration oder Kerzen werden ebenso angeboten, wie neuzeitliches Kunsthandwerk.

    In seiner Entwicklungsgeschichte hat sich der Weihnachtsmarkt von einem reinen Verkaufsmarkt in einen solchen gewandelt, der in starkem Maße auch Treffpunkt ist. Glühweinstände, Imbissangebote in kaum zu überbietender Vielfalt und beheizte Gaststuben bieten den Rahmen, sich mit Freund*innen, der Familie oder Arbeitskolleg*innen zu treffen. Das kulinarische Angebot beinhaltet Frankfurter Spezialitäten wie Beth- und Quetschemännchen, rustikale Produkte wie Maronen, Waffeln, Reibekuchen oder Grillspezialitäten, wie auch ein internationales Angebot. Zudem gibt es ein steigendes Angebot vegetarischer und veganer Produkte/Speisen (z.B. auf dem Rosa Weihnachtsmarkt).

    Märkte in der Weihnachtszeit lassen sich in Frankfurt am Main ab 1393 urkundlich belegen. Dem damaligen „Christkindchesmarkt“ fehlte noch das wesentliche Symbol des heutigen Weihnachtsmarktes, nämlich der Weihnachtsbaum. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts bürgerte sich der Tannenbaum als weihnachtlicher Schmuck ein. In Frankfurt am Main hatten die Sachsenhäuser Händler das Privileg, vor Weihnachten in der Römerhalle die besten Bäume anzubieten. Im Laufe der Zeit verlagerte sich dieser Verkauf vor den Römer.

    Lange Zeit war der Christkindchesmarkt eine reine Frankfurter Angelegenheit. Fremde wurden als Händler nicht zugelassen. Dadurch bekam der Markt in seiner Entwicklung ein typisch Frankfurter Gepräge. Beste Handwerksware wurde angeboten, daneben Spielsachen, Süßigkeiten und weihnachtliche Geschenke. Bis in die siebziger und achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts war es üblich, dass Frankfurter Eltern das Spielzeug für ihre Kinder ausschließlich auf dem Weihnachtsmarkt kauften.

    „Brenten“, „Bethmännchen“ und „Quetschemännchen“ können als typisch frankfurterische Backwaren auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken. Leider haben jedoch die schüchternen Verehrer der heutigen Zeit nicht mehr die Möglichkeit, wie die Junggesellen des 19. Jahrhunderts. Diese pflegten ihrer Verehrten ein „Quetschemännchen“ ins Haus zu schicken, behielt sie es, durfte er hoffen, sandte sie es zurück, wurde er nicht erhört.


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